Die Stadt Schwedt/Oder und ihre Ortsteile
Schwedt/Oder
Schwedt/Oder wurde erstmals 1265 als Stadt erwähnt. Sie war um diese Zeit bereits befestigt und von einem Palisadenzaun umgrenzt und besaß schon eine einfache Kirche.
1323 – 1324 gerät Schwedt in pommerschen Besitz. Es beginnt eine Phase der ständig wechselnden Besitzgehörigkeiten, ehe Schwedt 1486 endgültig in brandenburgische Hand übergeht.
1580 entsteht das Rathaus am Marktplatz. Im 30-jährigen Krieg wird Schwedt/Oder etliche Male geplündert und verwüstet. Im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs siedeln sich 1685 erste Tabakpflanzer aus Frankreich, Hugenotten an der Oder an.
1771 – 1788 wird Friedrich Heinrich Markgraf. Es erfolgt der Umbau des Amtshauses zum barocken Schloss. Der Markgraf lässt im Schwedter Schloss ein Operettentheater einrichten. Somit wird die Stadt zu einer der ersten Theaterstädte Deutschlands. Nach dessen Tod 1788 fällt Schwedt in drei Herrschaften des preußischen Könighauses.
1871 gehört die Stadt zum neu gegründeten Landkreis Angermünde. In Folge des Eisenbahn-Einzuges wird 1873 die Strecke Schwedt – Angermünde gebaut. 1945 wird Schwedt/Oder nach Ablehnung der Kapitulation von der Roten Armee zu fast 90 % zerstört. Nur noch 26 Menschen lebten in der Stadt. Teile der Altstadt wurden in Selbsthilfe wieder aufgebaut.
Nach der Sprengung der Schlossruine 1962 entstand dort ein Kulturhaus, die heutigen Uckermärkischen Bühnen Schwedt, die das Schloss zwar nicht ersetzen können, aber Träger weiterer Kultur sind. 1978 wird das Kulturhaus eröffnet. 1981 erreichte die Stadt mit rund 52.300 Einwohnern die höchste Bevölkerungszahl. 1993 wird die Stadt Schwedt/Oder eine Stadt im neu gebildeten Landkreis Uckermark. Nach und nach werden Gatow, Kunow, Vierraden, Stendell, Criewen, Kummerow, Hohenfelde, Zützen und Blumenhagen Schwedter Ortsteile.
Kummerow, nördlich von Schwedt, ist ein Bauernhof aus der Askanierzeit. Es liegt im weiträumigen Welsebruch, von seiner Vorgeschichte ist wenig bekannt. Besiedelt wurde es durch Bauern. 1998 wurde Kummerow in das Gebiet der Stadt Schwedt/Oder eingegliedert und ist damit der nordwestlichste Ortsteil von Schwedt /Oder.
Gatow wurde 1347 erstmals erwähnt. Seine Bewohner lebten vom Fischfang, der Feldwirtschaft und der Teerbrennerei und später vom Tabakanbau. Einige gut erhaltene Tabakscheunen prägen heute noch das Ortsbild. Nach dem 30-jährigen Krieg lebten nur noch zwei von 16 Fischern im Dorf. Am Ende des zweiten Weltkrieges waren ¾ der Häuser des Dorfes zerstört. Im Dezember 1993 wurde der Ort in die Stadt Schwedt/Oder eingemeindet.
Heinersdorf liegt nordwestlich von Schwedt und ist eine Dorfgründung des 13. Jahrhunderts. Heinersdorf hatte ein Schicksal wie viele andere Orte der Uckermark. Häufig wechselten die Eigentümer. In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges kam es wie in der gesamten Uckermark auch in Heinersdorf zu Brandschatzungen und Plünderungen, selbst die Kirche brannte aus.
1536 waren zwei Rittersitze vorhanden, die ab 1608 beide im Besitz der Brüder Steglitz waren. 1624 wurde Heinersdorf an das Amt Schwedt abgetreten. Für das Jahr 1740 ist erstmals der Kartoffelanbau in Heinersdorf belegt. Um diese Zeit kommt auch der Tabakanbau in die östliche Uckermark. Die Gemeinde Heinersdorf wird 1974 als Ortsteil in den Stadtkreis Schwedt/Oder eingegliedert.

- Heinersdorf

- Kummerow

- Gatow

- Vierraden
Vierraden liegt nahe der Mündung der Welse in die Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße, die parallel zur Oder verläuft. Östlich von Vierraden erstreckt sich der Nationalpark Unteres Odertal. Der Tabakanbau hat in Vierraden und Umgebung eine lange Tradition, die auf die eingewanderten Hugenotten zurückzuführen ist.
Die Ostuckermark war eines der größten deutschen Tabakanbaugebiete, davon zeugen viele typische Tabakscheunen und das Vierradener Tabakmuseum. Das Tabakmuseum Vierraden zeigt in einer ehemaligen Tabakscheune auf drei Etagen die Kulturgeschichte und Gegenwart des Tabakanbaus, des Tabakhandels und seiner Verarbeitung im Gebiet zwischen Oder und Randow. 2003 wird Vierraden ein Ortsteil von Schwedt/Oder.
Kunow, nördlich von Schwedt wurde 1281 erstmals als Conow erwähnt. Der Ort wird als Lehnsitz der im 17. Jahrhundert ausgestorbenen Familie Elsholz ausgewiesen, die bereits im Jahr 1256 hier ansässig war. Im 18. Jahrhundert besitzt Kunow ein Vorwerk mit Schäferei, eine Windmühle, eine Schmiede sowie einen Schulmeister. 1865 betrug die Bevölkerung von Kunow 120 Haushalte. Viele Einwohner waren auf dem Gut beschäftigt. Kunow wird 1993 ein Ortsteil von Schwedt/Oder.
Stendell liegt im Nordosten des Landkreises Uckermark, am Rande des Nationalparks Unteres Odertal. Dicht an Stendell vorbei fließt die Welse, ein Nebenfluss der Oder. Das Dorf Stendell ist erstmals 1308 als „Nova Stendal“ amtlich erwähnt. Sein Name scheint von der Stadt Stendal in der Altmark übertragen zu sein, woher die Siedler im 12. Jahrhundert kamen.
Es liegt auf einer sandigen Talinsel und ist ringsum von Bruchwiesen umgeben. Stendell liegt in der Nähe der Bahnstrecke Angermünde–Tantow–Szczecin. Nach dem Ort ist ein Übergabebahnhof der PCK Raffinerie GmbH benannt. Dort werden die Kesselwagenzüge über eine Zweigbahn ins Netz der Deutschen Bahn übergehen. Stendell wird 2003 ein Ortsteil von Schwedt/Oder.
Criewen kommt aus dem Slawischen und bedeutet Priester und wurde erstmals 1354 in Zusammenhang mit der Überlassung von brandenburgischen Orten an den Herzog von Pommern urkundlich erwähnt.
Es ist eines der ältesten slawischen Fischerdörfer. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts gelangt das Dorf in brandenburgischen Besitz. 1816 geht das Dorf aus den Händen der Familie von Rebeur in den Besitz der Familie von Arnim über, die es bis 1945 bewirtschaften. Criewen wurde 2001 ein Ortsteil von Schwedt/Oder.

- Kunow

- Hohenfelde

- Kirche Criewen

- Gutshaus Zützen
Hohenfelde liegt auf Hügeln der letzten Eiszeit. 1564 als Schäferei und Ackerhof erstmals urkundlich erwähnt, ließ Graf von Hohnstein 1612 vier Kossätenhöfe bauen. Oft wechselten die adligen Gutsbesitzer des Dorfes. Letzte Eigentümerin war bis 1945 Fürstin zu Lynar-Reedern.
Die Bauern bauten vor allem auf recht fruchtbaren Äckern Kartoffeln, Getreide und Tabak an. Ihr Vieh fütterten sie mit dem Heu aus den Polderwiesen der Oder. Später siedelten sich Handwerker wie Schmiede, Stellmacher und Ziegelbrenner an. Es erblühte auch die Kleinindustrie. 2003 wird Hohenfelde ein Ortsteil von Schwedt/Oder.
Zützen bedeutet Fischerdorf. Es gehörte bis 1472 zu Pommern. Danach zum Gut der Familien von Greiffenberg, der von Bredow und von 1851 - 1945 der Familie von Colmar. Bodenfunde in der unmittelbaren Umgebung Zützens lassen auf eine Existenz von Siedlungen und Wohnstätten seit der Steinzeit schließen.
Das Rittergut Zützen ist durch mehrere Lehnsurkunden belegt. Es lag südlich des als Runddorf angelegten Ortes und bestand bis 1945. Die Gemeinde Zützen entstand 1928 aus dem Gutsbezirk Zützen mit dem Vorwerk Carlsberg. Um das Jahr 1900 bestand das Gut aus 750 Hektar Land, den Bauern standen ca. 30 Hektar zur Verfügung (Angabe aus dem Jahr 1860). 2001 wurde Zützen ein Ortsteil von Schwedt/Oder.
Blumenhagen wurde erstmals 1265 erwähnt und war zur Vogtei Vierraden in Pommern gehörig. Wendische Siedler rangen der pommerschen Heide Ackerland ab, nutzten den Wald für den Bau der Lehmfachwerkhäuser. Durch seine strategische Lage am Übergang von Welse und Oder gelegen, war der Ort immer wieder in Kriegsgeschehen verwickelt.
Nach dem 30-jährigen Krieg war Blumenhagen völlig verwüstet. Mit dem Potsdamer Edikt kamen französische Siedler ins Dorf. Sie erkannten, dass sich Klima und Boden bestens für Tabakanbau eigneten. Blumenhagen wird 1993 ein Ortsteil von Schwedt/Oder






