Heuschrecken

Als Heuschrecken bezeichnet man üblicherweise die typischen Vertreter aus den Insektenordnungen der Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera). Wird der Begriff Heuschrecken im wissenschaftlichen Zusammenhang verwendet, so versteht man darunter die Zusammenfassung aller Arten eben dieser beiden Ordnungen.

Blauflüglige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens)

Die Blauflügelige Ödlandschrecke ist eine Art der Ödlandschrecken innerhalb der Kurzfühlerschrecken. Die Männchen der Blauflügeligen Ödlandschrecke erreichen eine Körpergröße von 13 bis 23 Millimeter, die Weibchen werden zwischen 20 und 29 Millimeter groß und damit deutlich größer als die Männchen. Die Tiere haben lange und schmale Flügel sowie relativ kurze, dafür kräftige Sprungbeine. Die Farbe kann dabei von einem hellen Grau bis fast schwarz reichen, auch ocker- und rotbraune Färbungen sind häufig zu finden. Die Deckflügel und auch die Hinterbeine weisen zwei bis drei breite dunklere Streifen auf, die bei sehr hellen und auch sehr dunklen Exemplaren undeutlicher werden.

Brauner Grashüpfer (Chorthippus brunneus)

Der Braune Grashüpfer ist eine Kurzfühlerschrecke aus der Familie der Feldheuschrecken. Beide Geschlechter sind, oberseits im wesentlichen bräunlich, etwas variabel gefleckt gefärbt. Die Unterseite ist heller und die Seiten des Abdomens erscheinen meist senkrecht schwarz-hell gestreift. Die Tiere können auch in anderen Färbungen der Oberseite vorkommen. Sie scheinen sich damit der Untergrundfarbe anzupassen. Die Abdomenspitze ist bei Männchen und Weibchen oft oberseits rot gefärbt. Die Weibchen sind mit ca. 20-25 mm Länge wesentlich größer als die Männchen.

Feld-Grashüpfer (Chorthippus apricarius )

Der Feldgrashüpfer ist eine Kurzfühlerschrecke aus der Familie der Feldheuschrecken und gehört zur Unterfamilie der Grashüpfer. Beide Geschlechter sind oberseits im wesentlichen gelb-bräunlich stellenweise auch grünlich und leicht gefleckt gefärbt. Die Unterseite ist heller. Die Weibchen sind etwas größer als die Männchen. Im Feld ist die Art an der Lautäußerung sicher zu erkennen. Sie singen nur bei Sonnenschein.

Feldgrille (Gryllus campestris)

Die Feldgrille ist eine Art aus der Familie der Echten Grillen innerhalb der Ordnung der Langfühlerschrecken. Männliche Feldgrillen sind 19 bis 23 mm lang, Weibchen erreichen 17 bis 22 mm und deren nach hinten ragende Legeröhre erreicht zusätzlich noch eine Länge von 8 bis 12 mm. Diese Grillenart ist glänzend schwarz bis seltener braun gefärbt und von gedrungener, zylindrischer Gestalt mit kräftigen Beinen. Der Kopf ist kugelförmig gewölbt und trägt kräftige Beißwerkzeuge, etwa 20 mm lange, dünne Antennen und drei helle Punktaugen auf der Stirn. Die Feldgrillen springen verhältnismäßig selten und dann nur kurze Strecken. Sie sind aber flinke Läufer, fliegen jedoch nicht.

Gefleckte Keulenschrecke (Myrmeleotettix maculatus)

Die Gefleckte Keulenschrecke ist eine Kurzfühlerschrecke aus der Familie der Feldheuschrecken. Die Tiere werden 11 bis 13 Millimeter (Männchen) bzw. 12 bis 17 Millimeter (Weibchen) lang und zählen damit zu den kleinsten mitteleuropäischen Feldheuschrecken. Ihr Körper ist variabel schwarzbraun bis gelbbraun, häufig auch grün gefärbt oder bunt gemustert. Das Hinterleibsende der Männchen ist meist rötlich gefärbt. Durch ihre Färbung sind die Tiere perfekt an ihre Umgebung angepasst und nur sehr schwer zu erkennen.

Gemeine Eichenschrecke (Meconema thalassinum)

Die Gemeine Eichenschrecke gehört zu der Familie der Laubheuschrecken in der Ordnung der Langfühlerschrecken. Die Gemeine Eichenschrecke ist erwachsen 1–1,5 cm groß. Diese Art sieht aus wie eine kleinere, blassere Version des Grünen Heupferdes. Die Fühler haben etwa vierfache Körperlänge und sind gelb mit braunen Ringen. Die Vorder- und Hinterflügel ragen knapp über die Hinterleibsspitze hinaus. Die Schwanzanhänge sind beim Weibchen nur schwach ausgebildet und beim Männchen länger und nach innen gekrümmt, damit es sich bei der Paarung am Weibchen festhalten kann. Die Weibchen tragen einen fast körperlangen, leicht gebogenen Legestachel.

Gemeiner Grashüpfer (Chorthippus parallelus)

Der Gemeine Grashüpfer ist eine Kurzfühlerschrecke aus der Familie der Feldheuschrecken. Die Art wird 13 bis 22 Millimeter lang und hat einen grünen oder braunen Körper, manchmal auch mit rötlichen Bereichen, mit kräftigen Sprungbeinen. Die weiblichen Tiere sind deutlich länger als die Männchen, haben jedoch nur sehr kurze, nicht flugtaugliche Flügel. Die Männchen dieser Art sind wie alle Grashüpfer sehr gesanges freudig.

Gewöhnliche Strauchschrecke (Pholidoptera griseoaptera)

Die gewöhnliche Strauchschrecke ist eine Langfühlerschrecke aus der Familie der Laubheuschrecken. Die Tiere erreichen eine Körperlänge von 13 bis 20 Millimetern (Männchen) bzw. 15 bis 20 Millimetern (Weibchen). Die Schrecken haben eine grau- bis dunkelbraune, selten rotbraune oder auch gelbbraune Körperfärbung, ihre Bauchseite ist markant gelb gefärbt. Die abgerundeten Vorderflügel der Männchen sind braun, außen hellbraun bis ocker gefärbt und sind mit etwa fünf Millimetern Länge nur etwa so lang, wie der Halsschild. Die Weibchen haben halbrunde, graubraune Vorderflügel, die jedoch nur ein bis zwei Millimeter lang werden und damit gerade noch unter dem Halsschild hervorragen.

Grünes Heupferd (Tettigonia viridissima)

Das Grüne Heupferd ist eine der größten in Mitteleuropa vorkommenden Langfühlerschrecken aus der Familie der Laubheuschrecken. Die Art gehört zu den häufigsten Laubheuschrecken Mitteleuropas. Die Tiere haben eine Körperlänge von 28 bis 36 Millimetern (Männchen) bzw. 32 bis 42 Millimetern (Weibchen) und sind damit deutlich größer als die nah verwandte und im gleichen Verbreitungsgebiet vorkommende Zwitscherschrecke. Die meisten Grünen Heupferde sind einfarbig grün. Seltener findet man komplett gelbliche Exemplare, oder solche, bei denen nur die Beine gelb sind.

Heidegrashüpfer (Stenobothrus lineatus)

Der Heidegrashüpfer ist eine mittelgroße Art in der Familie der Feldheuschrecken und gehört in die Ordnung der Kurzfühlerschrecken. Der Heidegrashüpfer ist erkennbar an seiner kontrastreichen Färbung, den deutlich einwärts gebogenen Kielen des Halsschildes und dem schmalen Präcostalfeld an den breiten Flügeln. Wichtige Kennzeichen sind ein schräger, weißer Fleck kurz hinter der Flügelmitte und das breite, aber nicht über die halbe Flügellänge reichende Medialfeld. Die Männchen des Heidegrashüpfers werden etwa 15 bis 19 Millimeter lang, die Weibchen erreichen eine Größe von 21 bis 26 Millimetern.

Heimchen (Acheta domesticus)

Das Heimchen ist eine Langfühlerschrecke aus der Familie der Echten Grillen. Die Tiere erreichen eine Körperlänge von 16 bis 20 Millimetern, der Legebohrer der Weibchen misst zusätzlich 11 bis 15 Millimeter. Sie sind etwas kleiner und schlanker als die Feldgrille. Der Körper hat eine strohgelbe oder gelbbraune Grundfarbe. Das Halsschild und auch der Kopf besitzen eine schwarze Zeichnung. Die leicht verhärteten Vorderflügel werden in Ruhestellung waagerecht übereinander gelegt und bedecken nicht den hinteren Teil des Hinterleibs. Die Hinterflügel sind voll ausgebildet und werden in Ruhestellung zusammengerollt. Ihre Spitzen reichen über das Hinterleibsende hinaus.

Kurzflüglige Schwertschrecke (Conocephalus dorsalis)

Die Kurzflügelige Schwertschrecke ist ein 1-1,5 cm langer Vertreter der Schwertschrecken und gehört zu der Ordnung der Langfühlerschrecken. Sie hat einen spitz nach vorn gezogenen Kopf und eine vorspringende Stirn. Der Kopf wirkt also kegelförmig. Die Körperfarbe ist bei beiden, ungefähr gleich großen Geschlechtern grasgrün mit dem namengebenden durchgehenden braunen Streifen über den gesamten Rücken. Weibchen tragen einen deutlich gekrümmten Legestachel von ca. 9 Millimetern Länge. Die Flügel sind beim Weibchen kaum ausgebildet, die des Männchens sind etwa 8 mm lang.

Nachtigall-Grashüpfer (Chorthippus biguttulus)

Der Nachtigall-Grashüpfer ist eine Kurzfühlerschrecke aus der Familie der Feldheuschrecken und gehört zur Unterfamilie der Grashüpfer. Beide Geschlechter sind oberseits im wesentlichen grau-bräunlich, jedoch etwas variabel gefleckt gefärbt. Es soll aber auch rötliche und grünliche Farbvarianten geben. Die Unterseite ist heller und die Seiten des Abdomens erscheinen meist senkrecht schwarz-hell gestreift. Der Gesang besteht aus in der Lautstärke anschwellenden Strophen von zwei bis drei Sekunden Dauer. Das Geräusch besteht aus von anfänglich langsameren, später schneller werdenden eher tickenden Lauten und einem schwirrenden Laut, der lauter wird und am Ende überwiegt.

Rotleibiger Grashüpfer (Omocestus haemorrhoidalis)

Der Rotleibige Grashüpfer ist ein Grashüpfer aus der Familie der Feldheuschrecken. Namensgebend ist die rote Färbung des Hinterleibes der Männchen. Die männlichen Tiere sind relativ klein, nur etwa zehn bis 14 Millimeter lang. Die Weibchen sind deutlich größer. Typisch ist der Gesang der Männchen, eine kurze ansteigende Strophe von nur zwei Sekunden Dauer, die eilig und energisch klingt und deren Beiklang als "schabend" beschrieben wird.

Säbeldornschrecke (Tetrix subulata)

Die Säbeldornschrecke gehört zu der Familie der Dornschrecken in der Ordnung der Kurzfühlerschrecken. Die Schrecken erreichen ohne Dorn eine Körperlänge von 7 bis 12 Millimetern. Die Körperfärbung ist sehr variabel und reicht von rötlich, über gelbbraun nach schwarz. Dabei sind die Tiere unterschiedlich gefleckte und weisen auch helle Flecken auf.

Sumpf-Grashüpfer (Chorthippus montanus)

Der Sumpfgrashüpfer gehört zur Unterfamilie der Grashüpfer. Der Sumpfgrashüpfer kommt nur in Feuchthabitaten vor, insbesondere auf Feuchtwiesen, Flachmooren, Seggenrieden und Zwischenmooren des Flachlandes sowie auf Wiesentälern des Berglands.

Sumpfschrecke (Stethophyma grossum)

Die Sumpfschrecke ist eine Kurzfühlerschrecke aus der Familie der Feldheuschrecken. Die Sumpfschrecke wird bis zu vier Zentimeter groß. Sie ist meist olivgrün bis dunkelbraun. Bei Weibchen tritt manchmal eine purpurrote, gescheckte Färbung auf. Die Vorderflügel haben am Unterrand einen gelben Streifen und die Hinterschenkel sind auf der Unterseite rot-orange gefärbt. Die Hinterknie sind meist auffällig schwarz gefärbt. Auf den Hinterschienen befindet sich eine Reihe schwarzer Dornen. Sumpfschrecken zirpen nicht wie andere Heuschrecken, sondern sie erzeugen weithin hörbare Knipslaute.

Verkannter Grashüpfer (Chorthippus mollis)

Der Verkannte Grashüpfer ist eine Kurzfühlerschrecke aus der Familie der Feldheuschrecken und gehört zur Unterfamilie der Grashüpfer. Beide Geschlechter sind oberseits im wesentlichen grau-bräunlich, jedoch etwas variabel gefleckt gefärbt. Die Unterseite ist heller und die Seiten des Abdomens erscheinen meist senkrecht schwarz-hell gestreift. Die Abdomenspitze ist bei Männchen und Weibchen oft oberseits rot gefärbt. Die Weibchen sind mit 20 bis 25 Millimetern Länge deutlich größer als die Männchen.

Warzenbeißer (Decticus verrucivorus)

Der Warzenbeißer ist eine Langfühlerschrecke aus der Familie der Laubheuschrecken. Die Männchen werden 24 bis 38 Millimeter, Weibchen 26 bis 44 Millimeter lang. Die Färbung variiert zwischen grün, gelbbraun und schwarzbraun, in der Regel sind die Tiere aus einer Mischung dieser Farben gescheckt. Die Flügel haben dunkelbraune Würfelflecken. Sie sind kurz und erreichen meist nicht die Knie der Hinterbeine, wobei auch sehr kurzflüglige Formen und langflüglige Exemplare bekannt sind. Die Fühler sind etwa körperlang.

Weißrandiger Grashüpfer (Chorthippus albomariginatus)

Der Weißrandige Grashüpfer gehört zur Unterfamilie der Grashüpfer und ist in Deutschland weit verbreitet. Weißrandige Grashüpfer sind sehr farbvariabel. Sie können je nach Lebensraum grünlich bis bräunlich dunkel gefärbt sein. Oft treten auch Mischfarben auf. Die männlichen Tiere sind stets kleiner (13 bis 15 mm) als die Weibchen (18 bis 21 mm). Die Tiere können nicht nur hüpfen, sondern ihre Flügel auch zum kurzzeitigen Fliegen benutzen.

Westliche Beißschrecke (Platycleis albopunctata)

Die Westliche Beißschrecke ist eine Langfühlerschrecke aus der Familie der Laubheuschrecken. Die Tiere werden 18 bis 22 Millimeter lang, wobei Weibchen etwas größer, als Männchen werden. Erwachsene Tiere sind braun bis grau gefärbt. Sie sind lang geflügelt und daher gut flugfähig. Die Flügel sind dunkelbraun und weiß gefleckt. An der Kopfoberseite und am Halsschild haben die Tiere meist eine rotbraune bis beige Färbung. Selten finden sich auch grünlich gefärbte Exemplare.

Wiesengrashüpfer (Chorthippus dorsatus)

Der Wiesengrashüpfer ist eine Kurzfühlerschrecke aus der Familie der Feldheuschrecken. Die Tiere werden 14 bis 18 Millimeter (Männchen) bzw. 19 bis 25 Millimeter (Weibchen) lang. Ihr Körper ist braun oder olivgrün gefärbt. Seltener ist der Rücken zum Teil grasgrün, das Hinterleibsende der Männchen ist häufig rot gefärbt. Häufig ist der Thorax dicht behaart.

Zweifarbige Beißschrecke (Metrioptera bicolor)

Die Zweifarbige Beißschrecke ist eine Langfühlerschrecke aus der Familie der Laubheuschrecken. Die Zweifarbige Beißschrecke ist vorwiegend grün und auf dem Rücken braun gefärbt. Auffällig an ihr sind sehr lange Sprungbeine mit einem individuell unterschiedlich stark ausgeprägten charakteristischen dunklen Fischgrätenmuster.