Reptilien (Reptilia)

Die Kriechtiere oder Reptilien bilden eine Klasse der Wirbeltiere, genau am Übergang zwischen den niederen und höheren Wirbeltieren. Der Begriff Reptilien ist nicht mehr als wissenschaftlich exakt anzusehen, sondern nur noch als eine Beschreibung sich morphologisch ähnelnder Tiere.

Blindschleiche (Anguis fragilis)

Die Blindschleiche ist eine Echsenart innerhalb der Familie der Schleichen. Aufgrund ihres beinlosen, langgestreckten Körpers wird sie nicht selten mit einer Schlange verwechselt. Die Blindschleiche hat einen langgestreckten, im Querschnitt kreisrunden Körper ohne Extremitäten und erreicht eine Gesamtlänge von 45 bis maximal 54 cm. Im Mittel sind die meisten zu beobachtenden Erwachsenen etwa zwischen 35 und 40 cm lang. Der recht kleine, hohe Kopf geht unvermittelt in den Rumpf über. Auch der in einer hornigen Spitze endende Schwanz ist nicht vom Rumpf abgesetzt und oft etwas länger als dieser. Dadurch, dass die Tiere ihren Schwanz an mehreren Sollbruchstellen leicht abwerfen können, haben allerdings nicht wenige vorgefundene Exemplare keinen vollständig erhaltenen Schwanz mehr.

Kreuzotter (Vipera berus)

Die Kreuzotter ist eine kleine bis mittelgroße Giftschlange aus der Familie der Vipern. Die Kreuzotter erreicht eine Durchschnittslänge zwischen 50 bis 70 Zentimetern, kann im Extremfall aber auch bis etwa 90 Zentimeter lang werden. Die Weibchen sind im Regelfall deutlich länger als die Männchen, die eine Körperlänge von 60 Zentimetern in der Regel nicht überschreiten. Das Gewicht der Tiere beträgt im Durchschnitt 100 bis 200 Gramm mit Maximalwerten bis etwa 300 Gramm bei tragenden Weibchen. Als Anpassung an kühle Lebensräume ist sie in der Lage, ihren Körper durch aktives Abspreizen der Rippen zu verbreitern, um eine größere Aufnahmefläche für die Wärmeaufnahme beim Sonnen zu bieten und so geringere Wärmestrahlungsmengen effektiver zu nutzen. Die Grundfärbung der Kreuzotter ist sehr variabel und reicht von silbergrau und gelb über hell- und dunkelgrau, braun, blau-grau, orange, rotbraun und kupferrot bis schwarz.

Ringelnatter (Natrix natrix)

Die Ringelnatter gehört zur Familie der Natter. Die männliche Ringelnatter kann bis zu 120 Zentimeter lang werden, die weibliche bei einigen Unterarten wie der Barrenringelnatter wohl bis zu zwei Meter. Außerdem sind die Weibchen dicker als die Männchen. Die weitaus meisten erwachsenen Tiere sind jedoch deutlich unter einem Meter lang. Der Kopf der Tiere ist deutlich vom Körper abgesetzt, die Pupillen sind wie bei allen Nattern rund. Auffälligstes Erkennungsmerkmal sind die orangegelben, gelblichen oder manchmal auch weißen „Halbmondflecken“ auf beiden Seiten hinter dem Kopf. Die Grundfarbe der Tiere variiert von schiefergrau bis grün- oder olivbraun.

Schlingnatter (Coronella austriaca)

Die Schlingnatter ist eine zur Familie der Nattern gehörende, recht kleine und unscheinbare Schlangenart, die in weiten Teilen Europas und im westlichen Asien vorkommt. Der Name „Schlingnatter“ geht auf das Verhalten zurück, dass größere Beutetiere umschlungen und erstickt werden, bevor sie gefressen werden. Schlingnattern sind recht zierliche, schlanke Schlangen; sie erreichen eine Körperlänge von etwa 60 bis 75, gelegentlich 80 Zentimeter. Ein Größenunterschied zwischen den Geschlechtern ist unwesentlich. Das Körpergewicht großer Tiere liegt im Mittel bei etwa 50 bis 60 Gramm, nur selten werden Gewichte über 100 Gramm genannt. Der Körper ist walzenförmig, wobei der vordere und der hintere Abschnitt einen geringeren Durchmesser haben als die Mitte.

Waldeidechse (Zootoca vivipara)

Die Waldeidechse gehört zur Klasse der Reptilien und zur Familie der Echten Eidechsen. Die Waldeidechse hat eine Gesamtlänge von maximal 18 Zentimeter. Davon entfallen bis zu sechs, bei den Weibchen bis zu sieben Zentimeter auf Kopf und Rumpf. Der kräftige Schwanz erreicht das 1,25- bis zweifache der Kopf-Rumpf-Länge. Die Art ist schlank, kurzbeinig und weist einen, im Vergleich beispielsweise zur Zauneidechse, kleinen, ziemlich abgeflachten Kopf auf – bei den Weibchen noch mehr als bei den Männchen. Das sogenannte Halsband ist stark gezähnt und die im Querverlauf nur 25 bis 37 Rückenschuppen sind sehr rau und gewöhnlich gekielt. Die Grundfärbung ist braun, manchmal auch grau.

Zauneidechse (Lacerta agilis)

Die Zauneidechse  ist ein vor allem in Mittel- und Osteuropa sowie Vorderasien verbreitetes Reptil aus der Familie der Echten Eidechsen. Im deutschsprachigen Raum erreichen Zauneidechsen ausnahmsweise Gesamtlängen von etwa 24 cm. Generell haben die Weibchen längere Rümpfe, die Männchen dagegen längere Köpfe und geringfügig längere Schwänze. Im Vergleich zur Waldeidechse und zur Mauereidechse wirkt das Tier plumper und viel kräftiger. Die Grundfarbe von Oberkopf, Schwanz und Gliedmaßen ist bräunlich und die Flecken der Flanken sind ebenfalls weißkernig. Die Männchen zeigen zur Paarungszeit (bis Juni/Juli) grün gefärbte Kopf-, Rumpf- und Bauchseiten.