Säugetiere (Mammalia)

Säugetiere sind eine Klasse der Wirbeltiere. Zu ihren kennzeichnenden Merkmalen gehören das Säugen des Nachwuchses mit Milch, die in den Milchdrüsen der Weibchen produziert wird, sowie das Fell aus Haaren, das sie in Kombination mit der gleichwarmen Körpertemperatur relativ unabhängig von der Umgebungstemperatur macht.

Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii)

Die Bechsteinfledermaus  ist eine Fledermausart, die zur Gattung der Mausohren gehört. Wie alle Fledermäuse orientiert sich auch die Bechsteinfledermaus weniger mit ihren Augen, sondern hauptsächlich mit den Ohren. Sie stößt Ultraschallwellen aus und erkennt am zurückkehrenden Echo ihre Umgebung. Die Annahme, dass bei den Fledermäusen der optische Sinn aufgrund der Entwicklung der Echoortung stark reduziert sei, ist durch Verhaltensversuche widerlegt worden. Die relativ langen und breiten Ohren der Bechsteinfledermaus haben einen spitzen Ohrdeckel, wie er für alle Arten der Mausohren typisch ist. Die Tiere haben eine Spannweite zwischen 25 und 29 Zentimetern und wiegen zwischen 7 und 14 Gramm.

Biber (Castoridae)

Biber sind höhere Säugetiere und gehören zur Ordnung der Nagetiere. Die Familie besteht heute aus einer einzigen Gattung, Castor, die sich in zwei Arten aufteilt: den Europäischen Biber und den Kanadischen Biber. Der Biber kann bis zu 1,40 m lang und 35 kg schwer und bis zu 20 Jahre alt werden. Sein braunes Fell ist mit 23.000 Haaren pro Quadratzentimeter sehr dicht und schützt vor Nässe und Auskühlung. Der Pelz wird regelmäßig gereinigt und mit einem fetthaltigen Sekret, dem Bibergeil, gepflegt. Mit seinem spindelförmigen Körper, einem breiten, abgeplatteten, mit lederartiger Haut bedeckten und unbehaarten Schwanz, Kelle genannt, und den Schwimmhäuten ist das Tier perfekt an das Leben im Wasser angepasst. Die Kelle dient als Steuer beim Abtauchen sowie zur Temperaturregulation und als Fettdepot. Beim Tauchen werden Nase und Ohren verschlossen, so können Biber bis zu 20 Minuten tauchen.

Elch (Alces alces)

Der Elch ist der größte heute vorkommende Hirsch. Der Elch hat eine Kopf-Rumpf-Länge bis 3 Meter, eine maximale Schulterhöhe von 2,30 Meter; er wiegt bis 800 Kilogramm. Die Körpergröße und das Gewicht sind allerdings je nach Unterart, Lebensraum und Lebensbedingungen unterschiedlich. Elchhirsche sind ab dem dritten Lebensjahr durchschnittlich schwerer als die Weibchen.

Feldhase (Lepus europaeus)

Der Feldhase ist ein Säugetier aus der Familie der Hasen. Die Art besiedelt offene und halboffene Landschaften. Ausgewachsene Tiere wiegen 2,5-6,4 kg. Das Fell ist lang, die Deckhaare sind im größten Teil des Verbreitungsgebietes gebogen, nur im Kaukasus und in Kleinasien sind sie gerade. Die Wollhaare haben eine weiße Basis. Der Rücken ist variabel gelblich grau, ockerbraun oder braunrot mit gelben Schattierungen und schwarz gesprenkelt. Die Flanken sind mehr rostgelb oder rötlich braun. Kopf und Hals, die Brust sowie die Beine sind hellbraun, der Bauch ist cremeweiß. Die Ohren sind blassgrau und zeigen an der Spitze einen schwarzen, etwa dreieckigen Fleck. Der Schwanz ist auf der Oberseite schwarz, unterseits weiß. Im Winterfell sind die Kopfseiten einschließlich der Ohrbasis weißer und die Hüften mehr grau.

Fischotter (Lutra lutra)

Der Fischotter  ist ein an das Wasserleben angepasster Marder und zählt zu den besten Schwimmern unter den Landraubtieren. Er kommt in fast ganz Europa vor und wird einschließlich Schwanz etwa 130 Zentimeter lang. Eine eindeutigere Bezeichnung für diese Art ist Eurasischer Fischotter, da es in der Gruppe der Otter noch weitere Arten gibt, die Fischotter heißen, beispielsweise den Indischen oder die Amerikanischen Fischotter.

Großes Mausohr (Myotis myotis)

Das Große Mausohr oder auch nur Mausohr ist eine Fledermaus-Art aus der Gattung der Mausohren. Das Große Mausohr ist, mit einer Kopf-Rumpf-Länge zwischen 6,7 und 7,9 Zentimetern, sowie einer Flügelspannweite zwischen 35 und 43 Zentimeter, die größte Fledermaus-Art Deutschlands und Österreichs. Das Große Mausohr hat eine sehr kurze und breite Schnauze, die Ohren sind lang und breit. Das Fell ist kurz aber dicht und an den Haarwurzeln schwarzbraun, an der Oberseite eher hell-braungrau gefärbt. Die Unterseite ist weißgrau. Die Schnauze, die Ohren und die Flügel sind graubraun. Der Lebensraum des Großen Mausohres besteht vor allem in offenem Gelände, wie Wiesen, Feldern und offenem Waldland, aber auch in menschlichen Siedlungen. Im Sommer schlafen die Tiere gern in Dachstühlen und Kirchtürmen, auch unter Brücken. Auf dem Speiseplan stehen Nachtfalter und große Käfer, vor allem Laufkäfer.

Igel (Erinaceidae)

Die Igel bilden eine Familie von Säugetieren, deren bekannteste Vertreter die in Europa lebenden Arten Braunbrustigel und Nördlicher Weißbrustigel sind. Igel sind kleine bis mittelgroße Tiere und haben einen generalisierten Körperbau. Die Kopfrumpflängen dieser Tiere variieren von 10 bis 45 Zentimetern. Die Schwanzlänge ist variabel. Die Gliedmaßen der Igel sind relativ kurz und unspezialisiert. Das Schien- und das Wadenbein sind wie bei vielen Insektenfressern in der unteren Hälfte verschmolzen. Igel sind Sohlengänger. Das Fell der Igel ist meist in unauffälligen Braun- oder Grautönen gehalten. Die Stacheligel haben als wirksame Verteidigungswaffe Stacheln am Rücken und an den Flanken (beim Braunbrustigel sind es etwa 6000 bis 8000.)

Luchs (Lynx lynx)

Der Eurasische Luchs ist eine in Eurasien verbreitete Art der Luchse. Mit einer Kopfrumpflänge zwischen 80 und 120 Zentimetern und einer Schulterhöhe von 50 bis 70 Zentimeter ist der Luchs die größte Katze Europas. Die Rückenlänge ohne Kopf und Hals entspricht der Schulterhöhe, so dass der Körperbau quadratisch wirkt. Die Vorderbeine sind um 20 Prozent kürzer als die Hinterbeine. Die Pranken sind groß und verhindern im Winter, dass der Luchs tief im Schnee einsinkt. Die Trittspuren, die der Luchs hinterlässt, sind mit einer Breite von fünf bis sieben Zentimetern für die Vorderpranke und vier bis sechs Zentimetern für die Hinterpranke etwa dreimal größer als die einer Hauskatze. Ihr Gewicht beträgt normalerweise etwa 15 bis 20 Kilogramm, mit Extremwerten, die bei 12 beziehungsweise 29 Kilogramm liegen.

Marderhund (Nyctereutes procyonoides)

Der Marderhund ähnelt in seiner Gestalt einer Mischform aus Mardern und Hunden, oder eher noch Kleinbären und Hunden. Die äußerliche Form ähnelt der eines Waschbären. Die Kopfrumpflänge beträgt etwa 50 bis 65 cm, hinzukommen 15 cm Schwanz; bis zur Schulter steht ein Marderhund 20 bis 30 cm hoch. Das Gewicht beträgt zwischen 8 und 9 kg. Das weiche Fell ist beigegrau an Flanken und Bauch und am Rücken schwarzbraun. Die Gesichtszeichnung gleicht der Maske eines Waschbären. Marderhunde unterziehen sich einem jahreszeitlichen Fellwechsel; das Winterfell und das Sommerfell gleichen in der Farbe einander, doch ist das Winterfell deutlich dichter und schwerer.

Reh (Capreolus capreolus)

Das Reh ist in Mitteleuropa der häufigste Vertreter der Hirsche. Das Reh unterliegt dem Jagdrecht und wird dort dem Schalenwild zugeordnet. Das männliche Tier wird Bock genannt, das weibliche Tier nach Vollendung des ersten Lebensjahres Schmalreh und in den folgenden Jahren Ricke. Ausgewachsene Rehe messen von Kopf bis Rumpf 100 bis 140 cm und erreichen eine Schulterhöhe zwischen 60 und 90 cm. Ausgewachsene männliche Tiere haben ein Durchschnittsgewicht von 15 bis 30 kg, weibliche wiegen 10 bis 15 % weniger. In Gebieten mit besonders guten Äsungsverhältnissen und geringer Beunruhigung werden auch höhere Gewichte erreicht. Männliche Tiere tragen ein Geweih, das jährlich in der Zeit von Oktober bis November abfällt, aber unter einer schützenden und nährenden Basthaut sofort neu zu wachsen beginnt.

Rotfuchs (Vulpes vulpes)

Der Rotfuchs ist der einzige mitteleuropäische Vertreter der Füchse und wird daher meistens als „der Fuchs“ bezeichnet. Er ist in Europa der häufigste Wildhund. Die Körpermaße des Rotfuchses sind geographisch und jahreszeitlich starken Schwankungen unterworfen. Die Körperlänge (ohne Schwanz) beträgt für Rüden 65 bis 75 cm, für Fähen 62 bis 68 cm, die Schwanzlänge entsprechend 35 bis 45 cm bzw. 30 bis 42 cm (jeweils Durchschnittswerte für europäische Füchse). Der Rotfuchs weist einige Ähnlichkeiten mit Katzen auf: Er klettert besser als andere Hundeartige und zeigt mit seinem langsamen Anschleichen und dem Mäusesprung ein ähnliches Jagdverhalten wie Katzen. Seine Pupillenschlitze sind senkrecht, die Krallen teilweise einziehbar.

Waldmaus (Apodemus sylvaticus)

Die Waldmaus ist eine Altweltmaus und gehört zur Familie der Langschwanzmäuse. Die Waldmaus ist in Deutschland häufig und weit verbreitet, da sie aber recht scheu ist, sieht man sie im Vergleich zur Hausmaus eher selten. Trotz ihres Namens kommt sie nicht nur im Wald, sondern auch in Parks und Gärten vor. In freier Wildbahn frisst sie überwiegend Samen, mit Vorliebe z. B. von der Eiche, der Buche und der Platane. Waldmäuse haben ein bräunliches Fell mit einer weißen Körperunterseite, wobei die Trennlinie nicht ganz scharf verläuft, was sie unter anderem von der sehr nahe verwandten Gelbhalsmaus unterscheidet. An der Kehle haben sie einen kleinen, schmutzig-gelben Fleck. Waldmäuse sind ohne Schwanz ca. 8–10 cm lang.

Waldspitzmaus (Sorex araneus)

Die Waldspitzmaus ist ein Säugetier aus der Familie der Spitzmäuse. Sie besiedelt große Teile Europas und das nördliche Asien. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt 65 bis 85 mm, die Schwanzlänge 35 bis 47 mm und das Gewicht 6,5 bis 14,3 g. Die Oberseite ist schwarzbraun, die Flanken sind hellbraun und die Unterseite ist grau. Bei jungen Tieren ist die Oberseite heller und der Übergang zur hellen Flankenfärbung fließend.

Waschbär (Procyon lotor)

Der Waschbär, ist ein in Nordamerika heimisches mittelgroßes Säugetier. Waschbären sind überwiegend nachtaktive Raubtiere und leben bevorzugt in gewässerreichen Laub- und Mischwäldern. Aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit leben sie zunehmend auch in Bergwäldern, Salzwiesen und urbanen Gebieten. Mit einer Körperlänge zwischen 41 und 71 cm und einem Gewicht zwischen 3,6 und 9,0 kg ist der Waschbär der größte Vertreter der Familie der Kleinbären. Typisch für den Waschbären sind das ausgeprägte haptische Wahrnehmungsvermögen der Vorderpfoten und die schwarze Gesichtsmaske. Waschbären sind Allesfresser und ernähren sich zu ungefähr 40 % von pflanzlicher Kost, zu 33 % von Weichtieren und zu 27 % von Wirbeltieren.

Wildschwein (Sus scrofa)

Das Wildschwein gehört zur Familie der altweltlichen oder echten Schweine aus der Ordnung der Paarhufer. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Art reicht von Westeuropa bis Südost-Asien, durch Einbürgerungen in Nord- und Südamerika, Australien sowie auf zahlreichen Inseln ist es heute fast weltweit verbreitet. Wildschweine sind Allesfresser und sehr anpassungsfähig, in Mitteleuropa nehmen sie vor allem durch den verstärkten Anbau von Mais derzeit stark zu und wandern verstärkt in besiedelte Bereiche ein. Das Wildschwein ist die Stammform des Hausschweines.