Spinnen (Arachnida)

Spinnen sind Gliederfüßer, dessen Kopfbruststück vier Paar Laufbeine und zwei Paar Mundwerkzeuge trägt und vom weichhäutigen, ungegliederten Hinterleib abgesetzt ist. Spinnen sind Tiere der Ordnung der Webspinnen (Araneae). Im allgemeinen Sprachgebrauch − wissenschaftlich nicht korrekt − werden manchmal auch andere Ordnungen der Klasse der Spinnentiere mit spinnenähnlichem Aussehen als Spinnen bezeichnet.

Krabbenspinne (Thomisidae)

Die Krabbenspinnen gehören zu den artenreichsten Familien der Echten Webspinnen. Der weltweit 2042 Arten in 164 Gattungen umfassenden Familie gehören viele farblich sehr ansprechende Spinnen an. Krabbenspinnen sind leicht an den sehr langen vorderen beiden Beinpaaren zu erkennen. Das erste Beinpaar mancher Männchen kann drei- bis fünfmal so lang sein wie das hintere Beinpaar. Die vorderen zwei Beinpaare werden in Ruhestellung leicht angewinkelt nach vorn gehalten, so dass das Tier aussieht wie eine Krabbe mit großen Scheren. Darüber hinaus befähigen diese Gliedmaßen die Krabbenspinnen zum Seitwärtslaufen.

Wasserspinne (Argyroneta aquatica)

Die Wasserspinne ist die einzige Spinnenart, die nicht an Land, sondern unter Wasser lebt. Die Tiere bevorzugen saubere Seen oder langsam fließende Gewässer. Den ungewöhnlichen Lebensraum für eine Spinne erschließt sie sich, indem sie die benötigte Atemluft unter einem dicht gesponnenen Netz in der Uferzone sammelt. Für das Luftholen streckt die Spinne ihre Hinterbeine und einen Teil ihres Hinterleibes aus dem Wasser und taucht ruckartig wieder ganz unter. Dabei nimmt sie eine Luftblase, die sich zwischen den Haaren und Beinen verfangen hat und den Hinterleib silbrig glänzend umschließt, mit nach unten.

Wespenspinne (Argiope bruennichi) (auch Zebraspinne, Tigerspinne oder Seidenbandspinne)

Die Wespenspinne ist eine Spinne aus der Familie der Echten Radnetzspinnen. Während Männchen nur eine Körperlänge von sechs Millimetern erreichen, werden Weibchen mit bis zu 25 Millimetern deutlich größer. Unverwechselbar ist bei den Weibchen das gelb-weiß gestreifte Hinterleib, welches mit schwarzen Querbändern wespenähnlich gezeichnet ist, und das silbrig-weiß behaarte Vorderleib. Die hellbraunen Männchen mit undeutlicher dunkler Zeichnung sind wesentlich unauffälliger.

Baldachinspinne (Allomengea scopigera)

Die Baldachinspinnen sind die artenreichste Spinnenfamilie in Deutschland. Ihre Körperlänge beträgt zwischen 1,5 bis sechs Millimeter. Sie besitzen drei Fußkrallen (Tarsenklauen), acht Augen, die in zwei Reihen angeordnet sind und die Kieferklauen (Chelizeren) sind in der Regel mit Stridulationsrillen, zur Lauterzeugung, versehen. Der Körper vieler Arten der Familie ist gelb- bis graubraun oder schwarz und ohne Zeichnung.

Dickkieferspinne (Tetragnathidae) (auch Kieferspinnen oder Streckerspinnen)

Die Dickkieferspinnen bauen Radnetze mit offener Nabe. Streckerspinnen leben fast ausnahmslos in Gewässernähe, auch an Küsten, Mooren, Brüchern und feuchten Wäldern. Pachygnatha ist etwas weniger eng an feuchte Lebensräume gebunden. Sie geht im Erwachsenenalter zu einer netzlosen und jagenden Lebensweise über. Der Name leitet sich von den auffälligen Cheliceren (Kieferklauen) ab. Sie sind größer als der Augenbereich und stehen von oben betrachtet divergierend deutlich über den Stirnrand hinaus. Das Grundglied ist verdickt und mit Widerhaken versehen. Die Giftklauen sind lang und dünn.

Wolfspinne (Lycosidae)

Die Wolfspinnen können an ihren Augen erkannt werden. Sie besitzen 8 Augen in 3 Reihen. Die vordere Reihe besteht aus 4 kleinen Augen, die anderen jeweils aus zwei größeren Augenpaaren. Die einzelnen Wolfspinnenarten lassen sich nur sehr schwer auseinander halten. Wolfspinnen sind typische Bodenbewohner, welche von den ersten Frühjahrstagen bis in den späten Herbst zu sehen sind. Sie leben auf trocknem, besonnten Untergrund. Ideal ist Trockenrasen oder Lehmboden mit vielen Spalten. In Mitteleuropa ist diese Art sehr weit verbreitet und tritt häufig in Massen auf. Knapp 200 Wolfspinnenarten sind in Europa heimisch. Zu den bekanntesten Wolfspinnen gehören die Taranteln, die aber eher in wärmeren Regionen verbreitet sind. Ihr Körper ist ca. 5 mm bei den Männchen und 7 mm bei den Weibchen lang. Der Köper ist dunkelbraun gefärbt bzw. leicht gefleckt. Die Beine sind deutlich hell und dunkel gestreift. Die Männchen sind deutlich dunkler als die Weibchen gefärbt. Sie orientieren sich mit ihrem Gesichtssinn und verfolgen Beute im Umfeld von ca. 40 cm, wenn sie die richtige Größe aufweist und überwältigen sie dann. Ist die Beute oder ihr Schatten zu groß flüchtet die Wolfspinne sehr schnell in Bodenspalten o.ä. Zur Eiablage, Häutung oder Überwinterung werden die kleinen Erdröhren oder Spalten zum Schutz fest versponnen. Diese Familie, deren Vertreter keine Netze bauen, ist beispielsweise durch die Arten Pardosa amentata, Pardosa prativaga und die nässeliebende Pirata piraticus in feuchten bis nassen Grünlandbereichen vertreten.