Polder

Die Polder

Um die Bewohner der Niederungen vor dem immer wiederkehrenden Hochwasser zu schützen, begann man mit der Flussregulierung. Nach holländischem Vorbild sollten Flutpolder errichtet werden, die in den Wintermonaten das Hochwasser aufnehmen.

1894 begann man mit der Eindeichung des Unteren Oderbruchs von Peetzig bis Stützkow und von Niedersaaten bis Schwedt. Anschließend wurde das Gebiet Schwedt bis Ognica (Nipperwiese) eingedeicht.

1905 wurde mit dem Bau der Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße und der Umverlegung der Oder begonnen. Die Nebenarme „Meglitz“ und „Niederkräniger Meglitz“ wurden dazu als Hauptarme ausgebaut. Die für 15 Jahre geplanten Bauarbeiten dauerten bis in das Jahr 1932. Es wurden Deiche mit einer Gesamtlänge von 177 km errichtet, 129 wassertechnische Bauwerke. Davon 4 Schiffsschleusen, 21 Kahnschleusen, 30 Deichlücken sowie 28 Brückenbauten.

Was sind Polder?

Als Polder bezeichnet man eingedeichte Flächen. Sie bilden Überschwemmungsgebiete, die zur Erweiterung des Abflussprofils bei Hochwasserführung der Oder dienen. Sie sollen den Wasserstand der Oder regulieren und eine halbjährige Landwirtschaft ermöglichen. Im Nationalpark Unteres Odertal gibt es Polder zwischen der Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße und der Stromoder zwischen der südlichen und mittleren Talniederung.

Sechs Polder umfasst der Nationalpark Unteres Odertal.

In der nördlichen Oderniederung werden die Polder von der Westoder und der Ostoder begrenzt. Da sie von je zwei Wasserströmen begrenzt werden nennt man sie Mittelpolder. Randpolder hingegen liegen nur an einer Wasserstraße. Hinsichtlich der Nutzung werden Nass- und Trockenpolder unterschieden.

 

  • Lunow-Stolper Polder, Mittelpolder, 1.620 ha

  • Polder 10 (Fiddichower Polder), Mittelpolder, 1.725 ha

  • Polder A (Criewener Polder), Mittelpolder, 1.480 ha

  • Polder B (Schwedter Polder), Mittelpolder, 1.370 ha

  • Polder C-1 (Schlosswiesenpolder), Randpolder, 220 ha

  • Polder 5 / 6 (Friedrichsthaler Polder), Randpolder, 687 ha

Wie funktionieren sie? Über Einlassbauwerke an der Stromoder werden die Nasspolder zu Beginn des Winterhalbjahres geflutet (um den 15. November). Über die Auslassbauwerke fließt das Oderwasser in die Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße wieder ab. In den Poldern herrscht somit ein Durchfluss des Oderwassers. Während der Überflutung der Polderwiesen werden diese gedüngt und das Oderwasser gereinigt. Wenn im Frühjahr die Wasserstände sinken werden die Einlassbauwerke (um den 15. April) geschlossen und das Oderwasser kann über die Auslassbauwerke an der Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße und der Schwedter Querfahrt aufgrund des vorhandenen Gefälles in den Poldern abfließen.

Der Abfluss wird durch die an der Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße befindlichen Schöpfwerke unterstützt. Im Sommer werden die Wiesenflächen der Polder landwirtschaftlich genutzt.

Bei Hochwasser im Sommer können die Polder geflutet werden, um so die Ortschaften entlang des Tals zu schützen. Alle Polderflächen sind wertvolle Lebens- und Rückzugsgebiete verschiedener Tier- und Pflanzenarten. Besonders wichtig sind die Flutungspolder für die Vogelwelt. Zahlreiche Zugvogelarten nutzen im Frühjahr und Herbst die Polderflächen als Rastplatze.